Dr. Poszler

FAQ

Wie sicher kann ich mich denn aufgrund eines Komplett-Checks fühlen ?

Möchte man diese Frage seriös beantworten, muss man feststellen, dass es in der Medizin keine Sicherheit, sondern nur geringe und hohe Wahrscheinlichkeiten gibt.

Wir wissen, dass Herz-Gefäßerkrankungen, also in erster Linie Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Krebserkrankungen die bei weitem häufigsten Todesursachen in den  Industriestaaten darstellen.

Was die Herz-Gefäßerkrankungen betrifft, so entstehen diese sehr häufig als Folge von sogenannten Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress und nicht zuletzt genetischer Veranlagung. Je mehr Risikofaktoren ein Mensch aufweist, desto wahrscheinlicher wird er erkranken. Ein Mensch ohne Risikofaktoren wird wahrscheinlich nicht erkranken.

Aus dem im Rahmen des Check-ups ermittelten Risikoprofil wird die statistische Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 10 Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden, nach dem PROCAM-Score* berechnet.

Durch Beseitigung bzw. Behandlung von Risikofaktoren, kann man seinen Score und damit die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, sehr deutlich senken. Das leistet der Check-up. Absolute Sicherheit bietet er nicht.

(* Der PROCAM-Score ist wissenschaftlich nur für Männer bis zum 65. Lebensjahr definiert und wird deshalb lediglich für diese Gruppe ermittelt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die entsprechenden Risikofaktoren für Frauen oder ältere Männer keine Bedeutung hätten.)

Eine sehr wichtige Rolle in der Präventivmedizin spielt heute auch die Farbduplex-Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern. Dabei können nicht nur bereits bestehende Kalkablagerungen an den Gefäßwänden, sondern schon eine beginnende Verdickung der Gefäßinnenwand, der sogenannten Intima-Media (IMT – englisch Intima Media Thickness) erkannt werden. Diese ist nach heutigem Kenntnisstand ein wesentlicher Marker für eine einsetzende Gefäßschädigung und damit ein Kriterium für die Behandlungsbedürftigkeit einer Fettstoffwechselstörung zur Prophylaxe von Herzinfarkt und Schlaganfall. Krebsvorsorge: s. nächster Punkt.

Beinhaltet der Komplett-Check auch eine Krebsvorsorge ?

Von überragender Bedeutung, weil am häufigsten auftretend, sind bei der Frau der Brustkrebs, beim Mann der Prostatakrebs, bei beiden Geschlechtern gemeinsam der Dickdarmkrebs.

Die Brustkrebs- und natürlich die gesamte gynäkologische Vorsorge ist die Domäne des Frauenarztes.

Prostatakrebsvorsorge, die für Männer ab 40 Jahren relevant ist, besteht aus Bestimmung des sogenannten PSA-Wertes im Blut, einer Ultraschalluntersuchung sowie gegebenenfalls der digital-rektalen Tastuntersuchung. Dieses Vorgehen ermöglicht eine Früherkennung von Prostataerkrankungen in einem hohen Prozentsatz und ist Bestandteil des Check-ups.

Die Darmkrebsvorsorge genießt in unserer Praxis einen besonderen Stellenwert. Hier lesen Sie weitere Informationen zur Darmkrebsvorsorge.

Was ist eine „virtuelle“  Koloskopie ?

Trotz eindeutiger Datenlage und viel berechtigter PR in den letzten Jahren  scheuen sich immer noch viele Menschen vor der Darmspiegelung, weil sie sie irrtümlich für schmerzhaft, unappetitlich oder gar gefährlich halten. Da erscheint die vermeintlich saubere und angenehmere  virtuelle Koloskopie als sympathische Alternative.

Dabei handelt es sich um eine Untersuchung des Darmes mit MRT (Kernspin) oder Computertomographie (CT), also „in der Röhre“. Die MRT hat sich wegen technischer Probleme auf diesem Gebiet noch nicht durchsetzen können. Mit CT ist eine „virtuelle Koloskopie“ heute gut möglich. Allerdings handelt es sich dabei um eine Röntgenuntersuchung mit einer nicht unerheblichen Strahlenbelastung, die deshalb als Vorsorgemaßnahme in Deutschland nicht zugelassen ist. Darüber hinaus werden kleinere Polypen dabei häufig übersehen, die Unterscheidung zwischen Polypen und Stuhlresten bereitet Schwierigkeiten. Und was man wissen muss: Wenn man bei der Untersuchung etwas entdeckt, muss nachfolgend eine „richtige“ Spiegelung durchgeführt werden, um Gewebsproben zu entnehmen oder den gefundenen Polyp abzutragen.

Insgesamt ist die virtuelle Koloskopie eine mit den genannten Einschränkungen sinnvolle Untersuchung für Menschen, die sonst keine Darmkrebsvorsorge machen würden.

Allerdings gilt nach wie vor: Die klassische Video-Koloskopie, die in hochpezialisierten gastroenterologischen Fachpraxen heute mit einem Maximum an Sicherheit und Komfort durchgeführt wird, ist aufgrund ihrer Aussagekraft und der Möglichkeit der Polypabtragung in gleicher Sitzung der Goldstandard der Darmkrebsprävention.

Wie häufig sollte man den Check-up wiederholen ?

In welchen Abständen man zum Check-up gehen sollte, hängt vom Risikoprofil und dem eigenen Sicherheitsbedürfnis ab. Bei jüngeren Menschen ohne relevante Befunde sind Verlaufsuntersuchungen alle zwei Jahre ausreichend. Bei bekannter Risikokonstellation oder Erkrankung sollte man jedes Jahr gehen, wobei der Untersuchungsumfang dann je nach Fragestellung auch kleiner sein kann.

Die erste Koloskopie ist mit etwa 50 Jahren empfehlenswert, sofern kein persönliches oder familiäres Risiko vorliegt. Danach sind Wiederholungen alle 7-10 Jahre sinnvoll.

Kosten

Unsere medizinischen Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) privat abgerechnet.